Reitunfälle kommen vor, so sehr sich der Reiter auch um Sicherheit bemüht. Das liegt schon daran, daß mit dem Pferd ein manchmal unberechenbarer Partner an der sportlichen Betätigung beteiligt ist. Und daß sich der Reiter manchmal mehr zutraut, als Pferd und Reiter leisten können. 

 

Aus der unfallchirurgischen Erfahrung von einer Vielzahl von Reitunfällen und Unfällen im Umgang mit Pferden, besonders aber durch 2 tödliche Reitunfälle junger Frauen im Raum Hamburg in 2007, hat sich die „Hamburger Arbeitsgruppe Reitsicherheit“ zusammengefunden, um Reiten sicherer zu machen und die Zahl und Schwere von Reitunfällen zu reduzieren.

 

Wir haben uns von Anfang an um Kooperation mit Organisationen für den Pferdesport bemüht, wie zB die Reiterliche Vereinigung FN, den Club deutscher Vielseitigkeitsreiter CdV und den Verband der Schleppjagdvereine und dem Polosportverband. Die Vereine haben unsere Tätigkeit angenommen und schätzen und unterstützen uns als Medizinische Sicherheits-Berater (FN) und Veranstalter von Symposien zur Reitsicherheit.

 

Reitunfälle können, wie andere Unfälle auch, nur durch systematische und gezielte Prävention vermieden werden.

 

Wir haben uns bei unserer Gründung in 2007 ein umfangreiches Arbeitsprogramm vorgenommen, von dem wir inzwischen viele Punkte als erledigt abhaken können. Bei der Arbeit eröffnen sich aber immer wieder neue Aspekte, sodaß klar wird, daß es sich bei der Bemühung um Reitsicherheit um einen kontinuierlichen Prozeß handelt.

 

Unser Arbeitsprogramm:

 

  • Wissenschaftliche Analyse von Reitunfällen (div. Publikationen)
    • Auftreten von Verletzungen
    • Reiterfahrung des Reiters und des Pferdes
    • ​Lokalisation der Verletzungen
    • Schwere der Verletzung (stationär/ambulant/nicht verletzt)
    • Nutzung von Sicherheits-Maßnahmen

  • new Wissenschaftliche Analyse von einzelnen schweren Reitunfällen
    • ​Erstellung eines Deutschen Register Reitsicherheit (DRR)
    • In Kooperation mit der FN (Reiterliche Vereinigung)
    • Ärztliche Leitung: Prof. Püschel, Prof Meenen
    • Reiterliche Leitung: von der FN noch zu benennen.

 

  • Experimentelle Untersuchungen zu Wirbelfrakturen (Flex/ex)
    • In Kooperation mit der TU-Harburg
    • mit Finanzierung durch die Stadt Hamburg (80.000€)
    • Publikation in Clinical Biomechanics
    • Nachweis von Frakturgefährdung durch Hyperextension

  • Untersuchungen zur Sicherheits-Bekleidung
    • ​Helme (Biomechanik, Biochemie des Schädelhirntraumas)
    • Sicherheitswesten (u.a. Airbagwesten)
    • 2008 und 2015 Airbagwesten Test in Warendorf (mit FN)

 

  • Verbesserung der ärztlichen Erstversorgung von Reitunfällen
    • ​Initiative zur Änderung von Turnier-Regelwerken der FN LPO:
      • ​Auf jedem Turnier Ärzte mit Erfahrung in schweren Verletzungen
    • ​Gründung der Gruppe „Ärzte im Reitsport"
    • Ausbildung von Notärzten für den Reitsport
    • Lehrvideo Ärzte im Reitsport
    • Anpassung der Geräteausstattung an Erfordernisse des Reitsports
    • Persönliche Initiative zur Versorgung mit Notärzten in allen Disziplinen
      • ​Springreiten
      • Vielseitigkeitsreiten
      • Jagdreiten
      • Polosport
    • durch Beratung bei der Modifikationen der  FN LPO in 2013 und 2018

  • Unsere Initiative „Ärzte im Reitsport" erhielt den begehrten

PM Award 2017​​ der persönlichen Mitglieder

 

  • new ​​Initiative zur Verbesserung der Sicherheit in der Reitanlage (Prof.Meenen) unter besonderer Berücksichtigung von
    • Menschen auf Reitanlagen
      • ​Mitarbeitern
      • Reitern
      • Kindern und Jugendlichen als Gäste oder Reiter
    • Initiierung eines DIN Normungsausschusses (NA112-07-09AA) in Zusammenarbeit mit

 

  

 

 

 

 

 

 

Um Daten zum Hergang von Reitunfällen zu erhalten, führen wir verschiedene wissenschaftliche Projekte durch. Unter anderem haben wir einen
Fragebogen+der+Hamburger+AG+Reitsicherheit
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